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Kalka 2

Manchmal ist es hart, diese Beziehung zu führen. Sven ist mir in den meisten Dingen ziemlich ähnlich; wir haben fast in allen Sachen den gleichen Geschmack und - was noch wichtiger ist - wir haben denselben seltsamen, schwarzen und albernen Humor.
     Und doch...
     ... und doch ist er anders. Schwermütiger. Weniger selbstbewusst. Leichter aus der Fassung zu bringen. Im Gegensatz dazu bin ich eine Frohnatur, die alles eher leicht nimmt, sagt: "Das wird schon klappen!" und es dann einfach macht.
     Manchmal hat er für mich unverständliche Ängste, die mir einfach nicht in den Sinn kommen würden. Eigentlich nichts, was man nicht mit einem Schulterzucken wegzaubern könnte. Weil es einfach unwahrscheinlich ist, dass etwas Schlimmes passiert! Aber Sven steigert sich da leicht hinein und ist nur schwer aus diesem Loch herauszuholen. Vor mehr als einem Monat oder so hatte er eine Panikattacke wegen einer Kleinigkeit (für mich) und ich hab kaum gewusst, wie ich ihm helfen soll. Wie holt man einen Menschen aus einem Tunnel, den er sich selbst gegraben hat? Und wie kämpft man gegen irrationale Ängste, die man eben nicht durch rationale Argumente verscheuchen kann? Als meine Phrasen und Standardsätze schon fast aufgebraucht waren und ich ihm schon zum zehnten Mal erzählt habe, dass er sich darüber keine Sorgen machen muss, hat er sich wieder gefangen. Ich glaube nicht, dass es an mir gelegen ist. Vielleicht hat ers kaschiert, dass er noch Angst davor hat. Oder er war es leid, von mir zugetextet zu werden.
     Damals hats also irgendwie geklappt. Aber ich weiß einfach nicht, wie ich das das nächste Mal schaffen kann. Ich kenne mich in solchen Sachen nicht aus, hab noch nie so eine Situation vorher lösen müssen. Klar könnte ich jetzt sagen: Das wird schon, daran werde ich wachsen und mit der Zeit werde ich es dann können. Aber ich glaub nicht daran, dass es so einfach wird. Sven hat das jahrelang geübt - sich in seinen Hasentunnel so tief einzugraben, dass es ein Erdbeben braucht, um ihn da heraus zu locken - ich fang doch aber gerade erst damit an!
     Es gibt sie eben, diese schlechten Tage, wo er nur darauf wartet, sich zu verkriechen. Und ich hab nicht immer die Kraft dazu. Heute beispielsweise. Ihm gehts nicht so gut, er ist quengelig und lässt sich nicht durch meine halbherzigen Sätze aufmuntern. Aber ich habe heute nicht die Kraft dazu. Ich wollte alleine sein; ehrlich gesagt, weg von ihm und seinem schwarzen Loch.
     Ich warte darauf, dass er sich nichts selbst rein schubst. Und wenn doch, ob er alleine da raus kommt. Aber am Abend wird er wieder bei mir sein, sich an mich kuscheln und ich werde ihm helfen, wies meine Aufgabe ist. Aber jetzt bin ich für mich da.
8.6.11 16:05
 


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